UKK-Mitglied Edi Kahl 95-jährig verstorben

Mit Edi Kahl hat uns – am 22. Juni - eines unserer „Urgesteine“ verlassen: ein ebenso athletischer wie wagemutiger Paddler, ein wichtiger Mentor unserer jungen Paddel-Anfänger und auch Bootsbauer, einer der bis vor nicht allzu langer Zeit noch regelmäßig den Klub besuchte und mit markigen Sprüchen aufwartete - die uns ebenso wie die Geschichten um seine Paddel-Abenteuer in ewiger Erinnerung bleiben werden.

Edi Kahl, 1923 geboren, hat den 2. Weltkrieg „durchmachen“ müssen, der ihm eine schwere Beinverletzung eingebracht hat, an der er ein Leben lang laborierte. Als Berufsschullehrer in Gmünd (NÖ) unterrichtete er Elektrotechnik, seine Freizeit gehörte voll und ganz seiner Familie, seiner Frau und seinem Sohn – sowie dem Kanu-Sport.

„Salza-König“

Edi galt als der ungekrönte Salza-König. Zu seinem Standard-Boots-Programm in den Sechzigern gehörte: Mit Zug und Mariazellerbahn nach Gußwerk, das Faltboot bis zur Sagmühle gekarrt, nach Fachwerk gepaddelt, dort im Heuboden des Gasthauses übernachtet, am nächsten Tag bis Großreifling gepaddelt und mit dem Zug wieder heim. Meistens alleine.

Per Schiff in die USA und zum Arkansas

Sein größter sportlicher Erfolg (neben seinen Abenteuer-Touren) war aber der Sieg des legendären Arkansas-River-Rennens in den USA, 1960. Er war der letzte österreichische Paddler, der noch per Schiff anreiste. Gewonnen hat er das Rennen in einem Herzschlagfinale mit 2 Sekunden(!) Vorsprung vor dem Zweiten, einem Schweizer, und einem US-Amerikaner (4 Sekunden zurück). Edi wurde dabei wahrlich von einem Zug der Begeisterung „getragen“, immerhin reisten Zuschauer und Fans im Zug entlang des Rivers mit.

Legendäre „Banane“

Edi war aber auch als Bootsbauer legendär, in der von ihm konzipierten und gebauten „Banane“ (ein voluminöses, hübsch geschwungenes Kanu-Objekt) erlebten auch die Ungeübteren unter uns ein Gefühl der Unsinkbarkeit in wildesten Wassern. Es war die Zeit, als es aus dem UKK-Bootshaus herausgestaubt und hintennach dann alle gejuckt hat.

„Herrr...lich!“

Sein Lieblingswort war bei jedem Wetter, wenn er in der Früh aus dem Zelt kam: "Herrrr .... lich" – und immer, wenn er wo auftauchte, wurde anstelle seines Namens sofort „herrr .... lich“ gerufen.

Er war mit 90 noch jeden Tag Schwimmen im Bisamberger Florian-Berndl-Bad und Radfahren (in seinem Keller). „92, ich kann es nicht glauben!“ hat er einmal gesagt.

Wir können nicht glauben, dass er nicht mehr da ist. 

 

verfasst von Lisi Mattes, UKK, 25.7.2018