#BeActive – Europa in Bewegung bringen: Der innere Schweinehund benötigt mehr als Spots und Inserate

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Altersgruppe der Berufstätigen zwischen 18 und 64 Jahren bewegt sich weniger als 150 Minuten pro Woche und erreicht damit nicht das von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene notwendige Ausmaß für positive Effekte auf die eigene Gesundheit.

Obwohl eine von der BSO beauftragte Erhebung der Statistik Austria nachgewiesen hat, dass jede vierte Person in Österreich Mitglied eines Sportvereins ist und jede fünfte Person im Sportverein auch zumindest einmal pro Woche sportlich aktiv ist, verbessert sich die Lage bei der inaktiven Bevölkerungsgruppe in den letzten Jahren nicht.

Die Initiative einer Woche des Sports der Europäischen Union läuft 2018 zum vierten Mal und wird mittlerweile in 44 Ländern durchgeführt. Ziel ist es, gerade die sportlich bisher zu wenig aktiven Europäerinnen und Europäer für Sport und Bewegung zu begeistern. Mit der Kampagnisierung von politisch und gesellschaftlich erwünschten Verhaltensgrundsätzen haben wir in Österreich in der zweiten Republik ja durchaus Erfahrungswerte gesammelt. Die BSO hat bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts mit der „Fit mach mit“-Bewegung in Form eines nationalen Wandertags am Nationalfeiertag am 26. Oktober ähnliche Zielsetzungen verfolgt. In einer breiten Kooperation mit den Leitmedien des Landes ist es in dieser Zeit gelungen, jedes Jahr mehr als eine halbe Million Österreicherinnen und Österreicher zur Teilnahme zu motivieren.

Die gesellschaftlichen Veränderungen in den darauffolgenden Jahrzehnten haben allerdings zu einem kontinuierlichen Rückgang der Breitenwirkung dieses nationalen Bewegungs-Events geführt. Seither sind zahlreiche weitere Versuche gestartet worden, die Bevölkerung mit dem Aufruf zu regelmäßiger Bewegung zu erreichen. Meist sind diese aufgrund der geänderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen weniger stark durchgedrungen. Geänderte Lebenssituationen mit weniger Raum, Zeit und Anreiz zur eigenen Bewegung, eine völlig andere und differenzierte Medienlandschaft und das Fehlen einer nationalen Allianz in den Bemühungen um die Erreichung der Menschen waren dafür maßgeblich.

Die BSO hat sich daher mit der Übernahme der Trägerrolle der Europäischen Woche des Sports in unserem Land das Ziel gesetzt, an diesen Befunden zu arbeiten. Eine grundlegende Erkenntnis aus den vielen Versuchen der Vergangenheit ist, dass das bloße Heben des Zeigefingers nach dem Motto „Du sollst Dich bewegen“ keine großartigen Bewusstseinsänderungen und schon gar keine Verhaltensänderungen bei der Bevölkerung erzielen wird. Die Botschaft muss auf der emotionalen Ebene, also im Bauch ankommen und von einem nachhaltigen Angebot, das die Einzelne oder den Einzelnen unkompliziert im unmittelbaren Lebensumfeld und nachhaltig über einen Event hinaus erreicht, begleitet werden.

Mit der #BeActive Schnupperwoche wurde diese Strategie in Zusammenarbeit mit den Österreichischen Lotterien, dem verlässlichen Partner des österreichischen Sports, 2018 in die Umsetzung gebracht. Mehr als 2.000 Vereinsangebote in ganz Österreich haben die Türen geöffnet und die Bevölkerung zum Mitmachen eingeladen. Bewegung nahe, unkompliziert, mit Spaß und auf Dauer über das ganze Sportjahr hinweg.

Partner wie die Sozialversicherungen, der Fonds Gesundes Österreich, der ORF, die überregionalen Qualitätszeitungen und natürlich die Sportverbände mit ihren 15.000 Sportvereinen waren Teil der Europäischen Woche des Sports 2018. Damit ist eine Allianz gebildet, die eine gute Basis für die kommenden Jahre darstellt und hoffentlich wirklich einen messbaren Beitrag zu mehr Aufmerksamkeit für die Bedeutung von Sport und Bewegung und zur Gewinnung vieler neuer Mitglieder in Österreichs Sportvereinen leisten kann.

Quelle: Österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO) – www.bso.or.at