Kanu Slalom: Österreichs Kanuten heiß auf EM-Medaillen

Bei der Europameisterschaft in Pau/Frankreich beginnt ab Donnerstag für Österreichs Kanu-Slalom Elite nicht nur der Run auf Edelmetall, sondern auch der Kampf um entscheidende Punkte für die Olympia-Qualifikation. Vom 30. Mai bis 02. Juni werden in den Pyrenäen insgesamt 25 Nationen – darunter sieben OKV Athletinnen und Athleten – auf der WM-Strecke von 2017 auf Medaillenjagd gehen.

In einem neuen nationalen Modus müssen die Sportler des Österreichischen Kanuverbandes bereits ein Jahr vor den Olympischen Spielen um die heiß begehrten Tickets für Tokio 2020 wetteifern. Nur 1 Boot pro Disziplin kann sich qualifizieren  Ziel des Verbandes sind insgesamt 3 Quotenplätze für Österreich zu erreichen. Welche Athleten zu den Spielen entsendet werden, entscheidet sich nach einem internen Punktesystem bei den heurigen Europa- und Weltmeisterschaften.

Traditionsgemäß startet der internationale Kanu-Slalom Wettkampfkalender jährlich mit der Europameisterschaft in die Saison, bevor es mit fünf Weltcup-Bewerben weitergeht. Bei den europäischen Titelkämpfen 2018 in Prag/Tschechien, zog der Österreichische Kanuverband mit 3 Podestplätzen eine sehr positive Bilanz. Eine Goldmedaille für Viktoria Wolffhardt im C1, eine Silbermedaille für Corinna Kuhnle im K1 und Silber im Team-Bewerb der Damen, machte die letztjährige EM zu einer der erfolgreichsten in der Geschichte des österreichischen Paddelsports.

Unter der Leitung von Nationaltrainer Helmut Oblinger und Co-Trainer Jure Meglic, absolvierten die Österreicher heuer bereits 3 Trainingskurse in Pau und hatten so genügend Möglichkeiten, sich mit den Streckenverhältnissen anzufreunden. „Als einer von zwei Hauptwettkämpfen steht die EM dieses Jahr ganz im Zeichen der Olympia-Qualifikation. Derzeit sind die Verhältnisse aufgrund der starken Regenfälle der letzten Tage und Wochen schwierig, aber die Wetterprognose ist gut, daher werden bei den Finalläufen wieder Bedingungen herrschen, die wir kennen. Ziel bei der EM ist es, wieder 3 Leute ins Finale zu bekommen und wenn dann eine Medaille rausschaut, ist es umso schöner“, so Oblinger.

Im Kajak-Einer (K1) der Damen starten Corinna Kuhnle, Viktoria Wolffhardt und neu im Team Nina Weratschnig. Die junge Kärntnerin konnte sich bei der nationalen Qualifikation Anfang Mai gegen Lisa Leitner und Antonia Oschmautz durchsetzen. Corinna Kuhnle, Europameisterin von 2017 und Vize-Europameisterin von 2018 will auch heuer wieder ganz nach oben aufs Podest. „Ich will bei der EM mindestens wieder so gut abschneiden wie letztes Jahr, wenn nicht besser. Die Vorbereitung lief nach Plan und ich fühle mich gut. Für mich macht es auch keinen Unterschied, ob Olympia-Quali oder nicht, weil ich ohnehin immer ganz vorne dabei sein möchte. Ich konzentriere mich auf mich selbst und wenn ich meine Leistung abrufen kann weiß ich, dass ich eine Medaille gewinnen kann“, meinte Kuhnle angriffslustig.

Auch im Canadier-Einer (C1) der Damen hat Österreich mit Viktoria Wolffhardt und Nadine Weratschnig zwei heiße Eisen im Feuer. Wolffhardt, die als einzige Österreicherin in zwei Disziplinen startet, holte sich im Vorjahr sensationell den Europameistertitel in dieser Disziplin. „Ich freu mich schon, wenn die Wettkämpfe nach der langen Vorbereitungsphase endlich losgehen. An die Olympia-Qualifikation denke ich nicht, das ist ein Nebenprodukt vom Rennen. Ich probiere den Wettkampf so zu fahren wie jeden anderen und werde versuchen, alles aus dem Training bestmöglich umzusetzen. An eine Titelverteidigung denke ich nicht, da muss viel mitspielen und sich vorher darüber Gedanken zu machen, wirkt eher kontraproduktiv“, so die Niederösterreicherin. Aber auch mit Nadine Weratschnig ist zu rechnen. Die junge Kärntnerin konnte 2017 bei der EM die Bronzemedaille gewinnen und verpasste bei der WM letztes Jahr mit Platz 4 nur hauchdünn das Podest.

Bei den Herren konnten sich wie auch schon im Vorjahr die beiden Kärntner Mario Leitner und Felix Oschmautz, sowie der Südtiroler Matthias Weger für das Nationalteam qualifizieren. Den Kampf um das Olympia-Ticket für die Spiele 2016 in Rio de Janeiro konnte damals Mario Leitner für sich entscheiden. Helmut Oblinger räumt den Herren vor allem in der Mannschaft gute Chancen ein: „Wir waren die letzten Jahre schon ganz knapp dran und mit ein bisschen Glück, ist eine Bronzemedaille möglich.“

Resultate:http://siwidata.com/canoelive/#/live/eca/1191

Programm im Überblick:

Donnerstag, 30.05.2019

  • 16:05 | Vorlauf 1 -  K1 Damen
  • 17:32 | Vorlauf 2 – K1 Damen

Freitag, 31.05.2019

  • 09:00 | Vorlauf 1 - C1 Damen
  • 10:03 | Vorlauf 1 – K1 Herren
  • 11:04 | Vorlauf 2 – C1 Damen
  • 11:43 | Vorlauf 2 – K1 Herren
  • 14:44 | Teambewerb – K1 Damen
  • 15:27 | Teambewerb – K1 Herren

Samstag, 01.06.2019

  • 11:54 | Semifinale K1 Damen
  • 15:41 | Finale K1 Damen

Sonntag, 02.06.2019

  • 11:35 | Semifinale C1 Damen
  • 12:34 | Semifinale K1 Herren
  • 15:21 | Finale C1 Damen
  • 15:56 | Finale K1 Herren

 

TEAM AUSTRIA:

Kajak-Einer (K1) Damen:

  1. Corinna Kuhnle (1987, NÖ) – Naturfreunde Höflein
  2. Viktoria Wolffhardt (1994, NÖ) – Paddelsportklub Tulln
  3. Nina Weratschnig (1998, K) – Kajakverein Klagenfurt

Kajak-Einer (K1) Herren:

  1. Felix Oschmautz (1999, K) – Kajakverein Klagenfurt
  2. Mario Leitner (1997, K) – Kanu Club Glanegg
  3. Matthias Weger (1996, T) – Osttiroler Kajak Club

Canadier-Einer (C1) Damen:

  1. Viktoria Wolffhardt (1994, NÖ) – Paddelsportklub Tulln
  2. Nadine Weratschnig (1998, K) – Kajakverein Klagenfurt