Verband begrüßt neue Termine für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio

Der Internationale und Österreichische Kanuverband unterstützten uneingeschränkt die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Olympischen und Paralympischen Spiele 2020 in Tokio im Juli und August bzw. August und September nächsten Jahres abzuhalten.

Sicherheit und Fairness standen im Vordergrund 

IOC-Präsident Thomas Bach, Tokio 2020-Organisationschef Mori Yoshiro, Tokio-Gouverneur Koike Yuriko und Olympiaminister Hashimoto Seiko einigten sich gestern auf eine Eröffnung der Sommerspiele am 23. Juli und ein Ende am 8. August 2021. Die Paralympics finden im Anschluss von 24. August bis 5. September 2021 statt.

Durch das Verschieben auf den spätest möglichen Termin sollte für die Athletinnen und Athleten vor allem maximale Sicherheit garantiert sein und für die ausständigen Qualifikationswettkämpfe noch entsprechend Zeit bleiben, um alles fair umsetzen zu können. Darüber hinaus hat der internationale Sportkalender nicht viele andere Möglichkeiten offen gelassen.  

Österreichischer Kanuverband begrüßt Entscheidung

Auch der Österreichische Kanuverband begrüßt den Termin und die rasche Entscheidung. „Sport generell und besonders die Olympischen Spiele haben die Kraft, die Gesellschaft positiv zu verändern und wir sind froh, dass man sich bereits frühzeitig auf ein neues Datum einigen konnte. Nun hoffen wir, dass die Krise bald überstanden sein wird und sich unsere Athletinnen und Athleten zielgerichtet auf Tokio vorbereiten bzw. noch qualifizieren können“, so Präsident Herbert Preisl.

ICF muss neue Termine finden

Seitens des Internationalen Kanuverbandes bekräftigte Generalsekretär Simon Toulson, „dass man weiterhin mit dem IOC zusammenarbeiten werde, um die Qualifikationsbewerbe für die noch nicht vergebenen Quotenplätze festzulegen. Das IOC hat bereits angekündigt, dass alle bereits zugewiesenen Quotenplätze für die Spiele nächstes Jahr ihre Gültigkeit behalten und diese Entscheidung unterstützen wir voll und ganz.“

 „Die neuen Termine für die Olympischen und Paralympischen Spiele stehen in Konflikt mit mehreren wichtigen Rennen im ICF-Wettkampfkalender 2021. Darum müssen wir jetzt mit den Veranstaltern eng zusammenarbeiten, um neue Termine zu finden, die allen Beteiligten die geringsten Unannehmlichkeiten bereiten“, so Toulson weiter.

Oblinger hätte Termin im April bevorzugt

Slalom-Nationaltrainer Helmut Oblinger hätte aufgrund der vorteilhafteren Wetterbedingungen und zur besseren Betreuung des restlichen Nationalteams einen Termin im April bevorzugt. „Die neuen Daten sind aber auch OK, Hauptsache die Spiele finden statt. Je nachdem wie die Termine jetzt neu festgelegt werden, könnte es ein anstrengendes nächstes Jahr werden. Die Situation ist gerade nicht einfach und alles andere als optimal. Die Athleten erhalten Trainingspläne von mir und müssen diese individuell umsetzten. Wir hoffen, dass ein Training im Wildwasser-Leistungszentrum in Wien bald wieder möglich sein und es einen neuen Wettkampfkalender geben wird, denn ohne ein Ziel ist es schwer, sich zu motivieren“, sagte der 5-fache Olympiastarter aus Oberösterreich.

Qualifikationsmodus für Schwarz/Lehaci weiter unklar

Warten heißt es weiterhin für unsere Sprint-Asse Viktoria Schwarz und Ana Roxana Lehaci, bis ein neuer Qualfikationsmodus oder Termin für den „European Olympic Qualfier“ gefunden wird. Für die beiden Oberösterreicherinnen geht es dabei um den letzten verbliebenen Quotenplatz in ihrer Bootsklasse.  

„Die Verschiebung der Spiele war die einzig richtige Entscheidung, weil die Gesundheit an erster Stelle steht und wir unter diesen Bedingungen ohnehin keine vernünftige Vorbereitung mehr gehabt hätten. Dennoch ist es für uns hart, weil wir die letzten 6 Monate alles dem Sport untergeordnet haben und in richtig guter Form waren. Natürlich relativiert sich das alles, wenn man sieht, was sich weltweit gerade für Tragödien abspielen“, meinte Viktoria Schwarz. 

Auch für Partnerin Ana Roxana Lehaci war die Verschiebung die beste Lösung. „Ich finde den neuen Termin gut, auch wenn ich anfangs nicht wusste, wie ich auf die Verschiebung reagieren soll. Die Athletin in mir hätte die Spiele gerne heuer gehabt, weil wir hart trainiert und viel aufgegeben haben. Gleichzeitig war ich aber erleichtert, weil die Gesundheit einfach Priorität hat. Jetzt heißt es umplanen, umdenken und sich an die Situation anpassen. Aktuell ist es schwierig, die Zeit zu überbrücken, weil wir noch keine konkreten Daten und somit Ziel haben. Heute haben wir zumindest indoor mit vollem Trainingsumfang begonnen, weil wir sonst aus dem Rhythmus kommen. Ich habe mir auf meinem Balkon eine kleine Kraftkammer eingerichtet und das funktioniert eigentlich ganz gut“, zeigte sich Lehaci positiv.