Europameisterschaft als Re-Start im Slalom

Nun hat das lange Warten auf den Wettkampf-Restart auch für Österreichs Kanu-Slalom Elite ein Ende. Trotz steigender Corona-Zahlen in der Tschechischen Republik, findet von 18. – 20. September in Prag die Kanu-Slalom Europameisterschaft statt. Im Kampf um den einzigen internationalen Titel in dieser Saison mischen insgesamt sieben OKV-Athletinnen und Athleten mit.

An die letzte EM 2018 in Prag erinnert man sich aus österreichischer Sicht gerne zurück. Eine Goldmedaille für Viktoria Wolffhardt im Canadier-Einer (C1), eine Silbermedaille für Corinna Kuhnle im Kajak-Einer (K1) und ebenfalls Silber im K1 Team-Bewerb der Damen, machte die damalige Veranstaltung zu einer der erfolgreichsten in der Geschichte des österreichischen Kanusports.

Auch heuer stehen die Vorzeichen gut, denn trotz aller Corona bedingten Schwierigkeiten konnte das Nationalteam unter der Leitung von Cheftrainer Helmut Oblinger insgesamt drei Trainingskurse in Prag absolvieren und sich vorab mit den Streckenverhältnissen anfreunden. „Alle Sportler sind gut drauf, bestmöglich vorbereitet und haben auch schon bei diversen Testwettkämpfen in den vergangenen Wochen ihre gute Form bewiesen. Was uns heuer sicher fehlt, ist die Wettkampfpraxis, aber da geht es allen gleich. Unser Ziel ist es, drei Leute ins Finale zu bekommen und dann kann auch eine Medaille rausschauen“, so Oblinger optimistisch.

Nicht zuletzt wegen steigender Corona-Zahlen in Tschechien gelten für die Veranstaltung strenge Sicherheitsvorkehrungen. Dennoch mussten aufgrund von Reisewarnungen in den Herkunftsländern einige Teams ihren Start bei der EM bereits absagen, darunter Deutschland, England, Russland und die Slowakei. In Österreich gilt für Reisen in die Tschechische Republik aktuell Sicherheitsstufe 4. Sollte sich die Situation in den nächsten Tagen verschlechtern und die Sicherheitsstufe auf 5 oder 6 erhöht werden, würde auch das Österreichische Nationalteam schnellstmöglich abreisen.

Auch wenn am Wettkampfgelände eine andere Stimmung herrscht als sonst, sind Österreichs Athletinnen und Athleten voll fokussiert und wenig besorgt. So etwa Corinna Kuhnle, Europameisterin von 2017 und Vize-Europameisterin von 2018, die neben Nina Weratschnig und Antonia Oschmautz im Kajak-Einer (K1) an den Start gehen wird. „Es ist anders als sonst und fühlt sich schon etwas komisch an, trotzdem bin ich sehr froh, dass wieder etwas passiert und wir ein Rennen fahren können. Die Vorbereitung lief in Anbetracht der Umstände ganz gut und wenn ich meine Leistung abrufen kann, kann ich ganz vorne mit dabei sein“, so Kuhnle, die top gesetzt am Freitag mit Startnummer 1 als letzte Läuferin in den Vorlauf starten wird.

In Abwesenheit einiger Top-Athletinnen wird auch Nadine Weratschnig im Canadier-Einer (C1) mit Startnummer 1 ins Rennen gehen.  Die junge Kärntnerin konnte 2017 bei der EM bereits die Bronzemedaille gewinnen und landete bei der WM 2019 ebenfalls auf Platz 3. „Nach den Strapazen des Lockdowns waren die letzten Wochen wieder richtig angenehm. Ich konnte sehr gut trainieren und fühle mich super. Man merkt es auch bei anderen Teams, dass die Stimmung zwar ein bisschen gedrückt ist, aber jeder ist froh, wieder Rennen zu fahren. Ich habe mir heuer nicht so hohe Ziele gesetzt, weil alles unsicher war und für mich nur mehr Tokio nächstes Jahr zählt. Die Vorfreude, dass es jetzt endlich los geht ist riesengroß“, so Weratschnig.

Nicht am Start ist die C1-Europameisterin von 2018, Viktoria Wolffhardt, die normalerweise im Canadier und im Kayak Österreichs Fahnen hochhält. Die Niederösterreicherin hat die Trainings- und Wettkampfpause aufgrund der Coronavirus-Pandemie genutzt und sich Ende April an der linken Schulter operieren lassen. „Viki (Anm. Wolffhardt) geht es schon wieder ganz gut. So wie es aussieht, kann sie im November schon wieder mit richtigem Training auf dem Wildwasser beginnen. Aktuell trainiert sie viel am Flachwasser im Grundlagenbereich und ist oft im Red Bull Training Center in Salzburg, wo sie die besten Bedingungen für ihr Comeback hat“, erklärt Helmut Oblinger.

Bei den Herren für Österreich starten die beiden Kärntner Felix Oschmautz und Mario Leitner, sowie der Südtiroler Matthias Weger. „Uns fehlt sicher allen die Wettkampfpraxis, aber wir haben viel in Wien trainiert und konnten uns in Prag gut vorbereiten.  Ich freu mich sehr, wieder an der Startlinie zu stehen und mich endlich wieder mit den anderen messen zu können. Die Strecke ist super und ich bin hier immer gut gefahren. Auch wenn die Atmosphäre anders ist als sonst, fühlt man sich nicht unsicher. Man bewegt sich ohnehin nur im eigenen Team und ist ziemlich gut abgeschirmt“, meint Oschmautz abschließend.

Resultate:https://siwidata.com/canoelive/#/live/eca/1374

Programm im Überblick:

Freitag, 18.09.2020

  • 09:30 Uhr | Vorlauf 1 - C1 Damen
  • 10:00 Uhr | Vorlauf 1 – K1 Herren
  • 10:53 Uhr | Vorlauf 2 – C1 Damen
  • 11:08 Uhr | Vorlauf 2 – K1 Herren
  • 13:45 Uhr | Vorlauf 1 -  K1 Damen
  • 14:53 Uhr | Vorlauf 2 – K1 Damen

 

Samstag, 19.09.2020

  • 09:05 Uhr | Semifinale - C1 Damen
  • 10:05 Uhr | Semifinale - K1 Herren
  • 12:22 Uhr | Finale C1 - Damen
  • 12:58 Uhr | Finale K1 - Herren
  • 15:27 Uhr | Teambewerb - K1 Herren

Sonntag, 20.09.2020

  • 09:05 Uhr | Semifinale - K1 Damen
  • 12:07 Uhr | Finale - K1 Damen
  • 14:36 Uhr | Teambewerb - K1 Damen

TEAM AUSTRIA:

Kajak-Einer (K1) Damen:

  1. Corinna Kuhnle (1987, NÖ) – Naturfreunde Höflein
  2. Nina Weratschnig (1998, K) – Kajakverein Klagenfurt
  3. Antonia Oschmautz (2001, K) – Kajakverein Klagenfurt

Kajak-Einer (K1) Herren:

  1. Felix Oschmautz (1999, K) – Kajakverein Klagenfurt
  2. Mario Leitner (1997, K) – Kanu Club Glanegg
  3. Matthias Weger (1996, T) – Osttiroler Kajak Club

Canadier-Einer (C1) Damen:

  1. Nadine Weratschnig (1998, K) – Kajakverein Klagenfurt