Kanu-Rennsport: 4-fach Triumph für Parakanute Swoboda bei Weltcup in Szeged

Markus Mendy Swoboda holte beim Weltcup in Szeged vier Goldmedaillen. Der Oberösterreicher siegte in der KL2 und VL3 Klasse jeweils über 200 und 500 m.

Markus Mendy Swoboda holte am Freitag zum Auftakt in dem von Russland dominierten Para-Weltcup in Szeged gleich zwei Goldmedaillen.  Der doppelt beinamputierte Oberösterreicher gewann am Vormittag über 200 m in der VL3 Klasse, mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0.16 Sekunden auf den Russen Egor Firsov. Dritter wurde der Franzose Eddie Potdevin mit einem Rückstand von +0.97 Sekunden. Die VL Klasse wird im Gegensatz zum Kajak (KL) in einem Kanu mit Ausleger bzw. Schwimmer an der Seite und Stechpaddel gefahren. Swoboda wurde erst 2018 von der VL2 in die VL3 Klasse aufgestuft. Seitdem muss er in dieser Disziplin gegen Athleten mit Beinen antreten, was für ihn ein nicht unwesentlicher Nachteil ist.

"Es war ein hartes Jahr, deshalb bin ich sehr glücklich, hier zu sein. Es ist schön, wieder mit anderen Athleten zusammen zu sein “, sagte Swoboda. „Der Sieg im VL3 200 m war für mich überraschend, denn mit den Russen und Franzosen gab es zwei sehr starke Gegner. Dass ich am Ende die Nase vorne hatte, lag sicher auch an den Bedingungen, die mir heute sehr entgegengekommen sind“, so der Oberösterreicher weiter, der als einer der wenigen Athleten mit starkem Gegenwind gut zurechtkommt. 

Seinen zweiten Sieg in Folge feierte Mendy Swoboda Freitagabend im KL2, ebenfalls über die 200 m Distanz. In einer Zeit von 47,76 Sekunden verwies er die beiden Ungarn, Andras Rozbora (+3,23) und Csaba Rescsik (+6,67), auf die Plätze zwei und drei.

Auch der heutige Wettkampftag im Zeichen der 500 m Bewerbe begann für Swoboda ganz nach Wunsch. Bereits am Vormittag gewann er das Rennen in der VL3 Klasse über 500 m mit 0,94 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Eddie Potdevin, der sich gestern über die paralympische 200 m Distanz noch mit Platz drei zufriedengeben musste. Rang drei mit einem Rückstand von +3,30 Sekunden ging an den Russen Maksim Popov.

„Obwohl ich mich im Training meistens auf das Kajak konzentriere, ist es im Ausleger überraschend gut gelaufen. Viel besser als die Jahre zuvor. Deswegen ist jetzt auch meine Entscheidung gefallen, die VL Klasse in Blickrichtung Tokio 2021 weiter zu verfolgen“, so der Paralympics-Silbermedaillengewinner von Rio 2016.

Mit Platz eins im KL2 über 500 m komplettierte Swoboda am Samstagabend seine Siegesserie beim ersten und einzigen Weltcup dieser Saison in Szeged. Mit einem Respektabstand von über 10 Sekunden auf den Plätzen zwei und drei landeten die Ungarn Andras Rozbora und Csaba Rescsik.

„Ich mache jetzt erst einmal zwei Wochen Urlaub, bevor ich mich voll auf die Paralympischen Spiele nächstes Jahr konzentriere. Ich werde die Zeit jetzt nutzen, um mir eine internationale Trainingsgruppe zu suchen. Die aktuelle Situation und Unsicherheit rund um Corona machen diese Aufgabe allerdings nicht einfach“, so Swoboda abschließend.